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Erste Hilfe

Erste Hilfe

Oft treten Infektionen oder Schmerzen akut am Wochenende oder spät abends auf. Hier möchte ich Ihnen Erste Hilfe Tipps zur Hand geben, mit denen Sie sich im Akutfall über die nächsten Stunden retten können.

Es gibt aber auch Situationen, wo es nicht angebracht ist zuzuwarten. Sogenannte urologische Notfälle sollten so rasch wie möglich medizinisch versorgt werden.

Weiter unten finden Sie eine Liste mit Symptomen. Sollten Sie oder eine Person in Ihrem Umfeld an diesen Symptomen leiden, nehmen Sie bitte umgehend Kontakt mit einem Rettungsdienst auf oder fahren Sie in das nächstgelegene Krankenhaus mit urologischer Abteilung.

Frau in den Schmerz

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Harnwegsinfekt

Klassische Symptome des Harnwegsinfektes sind Schmerzen über der Blase, meist krampfartig, oft in Verbindung mit dem Harnlassen. Auch häufiger Harndrang und eventuell Blut im Harn sind klassische Zeichen einer Blasenentzündung.

Was tut gut

Körperliche Schonung und Warmhalten ist angeraten. Viel trinken und häufig auf die Toilette gehen führt dazu, dass die Bakterien möglichst schnell wieder aus dem Körper gelangen. Verdünnter Apfelessig, vor dem Schlafengehen getrunken, säuert den Harn an. Auch eine entzündungshemmende Therapie mit Schmerzmitteln, die in jeder Hausapotheke vorhanden sein sollten, bringt Linderung. 

Das sollten Sie meiden

Hitze, wie ein heißer Thermophor oder heiße Wannenbäder bitte unbedingt vermeiden. Diese "heizen" die Entzündung noch mehr an und es kann zu einer Verschlechterung und zu blutigem Harn kommen. Auch Kälte, Sport oder körperliche Anstrengung sind in dieser Phase nicht angebracht. 

Vorsicht

Bei starkem Flankenschmerz, Fieber oder Schüttelfrost, sowie Apetittlosigkeit und Krankheitsgefühl sollte nicht zugewartet werden. Dies sind Hinweise auf eine Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis), die antibiotisch behandelt werden muss.

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Hodenschmerz

Einseitige Hodenschmerzen die langsam an Stärke zunehmen, entstehend häufig aufgrund einer Infektion des Nebenhodens. Zunächst von außen nicht sichtbar ist der betroffene Hoden berührungs- oder druckempfindlich. Wenn die Entzündung zunimmt, kommt es schließlich zu einer Schwellung und Rötung des Hodensacks. Hier liegt mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Entzündung des Nebenhodens, seltener des Hodens, vor.

Was gut tut

Als erste Hilfe Maßnahme sollten Sie sich schonen. Am besten legen Sie sich hin. Der betroffene Hoden sollte gekühlt werden. Hierfür legt man ein Coolpack (oder ein Päckchen Erbsen aus dem Tiefkühlschrank), am besten in ein Handtuch eingewickelt, unter den Hoden. Durch das Hochlagern und Kühlen des erkrankten Gewebes wird die Entzündung eingebremst und der Schmerz wird erträglicher. Zusätzlich sollte man entzündungshemmende Medikamente einnehmen. Diese sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich, oder man hat ohnedies welche in der Hausapotheke. Suchen Sie möglichst rasch Ihre Urologin auf.

Vorsicht

Bei Fieber, Schüttelfrost und Abgeschlagenheit bitte in eine urologische Spitalsambulanz fahren.

Wenn der einseitige Hodenschmerz plötzlich auftritt, kann das aufgrund einer Hodenverdrehung sein. Diese kommt gerne im Kindes- und Jugendalter vor. In diesem Fall sollte man schnellstmöglich (ohne auf dem Weg noch etwas zu Essen oder zu Trinken) in eine urologische Notfallambulanz. Eine sogenannte Hodentorsion gilt als urologischer Notfall und muss sofort operiert werden, um ein Absterben des Hodens zu verhindern.

Magenverstimmung
stone Tower

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Nierenkolik

Plötzlich auftretende starke einseitige Flankenschmerzen, die im Verlauf in den Unterbauch wandern, können aufgrund von Nierensteinen oder Nierensand entstehen. Typisch ist, dass die Schmerzen kommen und gehen und in ihrer Intensität so stark sind, dass es zu Übelkeit oder sogar zum Erbrechen kommen kann. 

Was gut tut

Bei einer Steinkolik hilft eine gut Schmerztherapie, je früher desto besser. Auch Wärme tut, aufgrund der krampflösenden Wirkung, gut. Viel trinken kann zu einer rascheren Stein-Ausscheidung führen, es können aber dadurch leider auch neuerliche Koliken entstehen. Viel Bewegung, vor allem Springen, Hüpfen und Erschütterungen, wie auf einer Rüttelplatte, helfen, einen schnelleren Steinabgang zu bewirken.

Vorsicht

Sollte eine Zuckerkrankheit vorliegen oder Fieber bzw. Schüttelfrost auftreten, ist eine rasche Vorstellung an einer urologischen Notfallambulanz unabdingbar. Hier sollte auf dem Weg ins Krankenhaus nicht mehr gegessen und getrunken werden, da ein kleiner chirurgischer Eingriff notwendig ist.

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Blut im Harn

Sichtbares Blut im Harn, sogenannte Makrohämaturie, kann verschiedene Ursachen haben. Im Rahmen eines Harnwegsinfektes darf der Harn auch mal blutig sein, ohne dass es besorgniserregend ist. Anders ist es mit einer schmerzlosen Makrohämaturie. Das bedeutet, dass der Harn blutig ist, man selbst aber sonst völlig beschwerdefrei. Dies sollte baldmöglichst von Ihrer Urologin abgeklärt werden.

Was gut tut

Wenn keine blutverdünnende Medikamente eingenommen werden klart der Harn in der Regel bald wieder auf, wenn viel getrunken wird. In diesem Fall sollten Sie sich einen Termin bei Ihrer Urologin vereinbaren um die Ursache abklären zu lassen.

Vorsicht

Bei Blut im Harn unter blutverdünnenden Medikamenten wie z.B. Thrombo-ASS oder Plavix kann es zu einer sogenannten Blasentamponade kommen. Das bedeutet, dass das Blut in der Blase stockt und so verhindert, dass die Blase entleert werden kann. Das äußert sich in einem starken Harndrang jedoch mit der Unfähigkeit, urinieren zu können. In diesem Fall ist ein Besuch im Krankenhaus leider nicht zu vermeiden, da die Blase mit Hilfe eines Katheters entleert werden muss und, sollte die Blutung nicht aufhören, eine Blutstillung in Narkose erfolgt.

Image by Claire Mueller
Chirurgen

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Urologische Notfälle

Urologische Notfälle sind Situationen, die einen sofortigen Handlungsbedarf erfordern. Das bedeutet, man sollte sofort selbst oder, wenn nicht möglich, mit der Rettung in ein Krankenhaus mit einer urologischen Abteilung fahren.

Folgende Symptome sollten Sie dazu veranlassen, möglichst rasch eine urologische Ambulanz aufzusuchen:
 

- Starker Harndrang mit Unfähigkeit der  Blasenentleerung (Harnverhalt)

- Fieberhafter Harnwegsinfekt bei Schwangeren

- Fieberhafter Harnwegsinfekt bei PatientInnen mit  Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) sowie bei  immungeschwächten,  immunsupprimierten  und  gebrechlichen PatientInnen

- Stark blutiger Harn mit der Unfähigkeit, die Blase zu  entleeren (Blasentamponade)

- Starke Nierenschmerzen mit Fieber/Schüttelfrost  (Urosepsis)

- Starker plötzlich einsetzender, meist einseitiger  Hodenschmerz (Verdacht auf Hodentorsion) vor  allem bei Kinder und jungen Erwachsenen

- Schmerzen am Penis mit der Unfähigkeit, die  Vorhaut wieder nach vorne zu Schieben  (Paraphimose)

- Starker, plötzlicher Penisschmerz im Zuge eines  Geschlechtsaktes (Penisfraktur) mit nachfolgender starker Schwellung

- Einriss des Vorhautbändchen, wenn es stark blutet und nicht von alleine aufhört.

- Dauerrektion von mindestens 2 Stunden  (Priapismus)

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